Zum Hauptinhalt springen

Maßnahmen gegen die Coronakrise

Der Rheinische Schützenbund bemüht sich in diesen Tagen besonders, den Mitgliedern und Vereinen die Arbeit und das Leben zu erleichtern. Aus diesem Grund können Sie sich aufgrund vieler Unsicherheiten rund um das Thema Coronavirus nachfolgend über die Gesetzeslage, rechtliche Fragen und den allgemeinen Umgang mit der Pandemie informieren.

Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes

In einem umfassenden Bericht informiert der Rheinische Schützenbund über die aktuellen Regelungen bzgl. des Schieß- und Bogensportbetriebs. Ändern sich die jeweiligen Situationen in den Ländern, wird dieser Bericht immer zeitnah aktualisiert:
 

Durch eine sorgfältig gepflegte Anwesenheitsliste können im Falle einer Infektion mit dem Coronavirus sehr schnell mögliche Infektionsketten zurückverfolgt werden. Diese Maßnahme schafft Transparenz und vereinfacht zugleich auch die Arbeit der zuständigen Gesundheitsämter. Den Vereinen wird daher angeraten, eine solche Liste für jede Trainingseinheit zu führen, die von den am Trainingsbetrieb Teilnehmenden im besten Fall mit einem eigens mitgeführten Schreibgerät ausgefüllt wird.

In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schützenbund haben einige erfahrene und erfolgreiche Schützinnen und Schützen Videos mit hilfreichen Tipps und Anregungen für das Heimtraining gedreht, die Sie sich nachfolgend anschauen und im Anschluss ausprobieren können.

WICHTIG: DSB und RSB weisen ausdrücklich darauf hin, dass bei den Trockenübungen, die derzeit für Schieß- und Bogensportler auf den Seiten des DSB oder auch bei anderen Sportverbänden online angeboten werden, selbstverständlich alle waffenrechtlichen und sicherheitsrelevanten Vorgaben strikt einzuhalten sind. Insbesondere ist das Verbot des Umgangs mit Waffen für Jugendliche und Kinder außerhalb von Schießstätten zu beachten.







Vereins- und Gesellschaftsrecht

Haben Vereinsmitglieder Anspruch auf Erstattung gezahlter Mitgliedsbeiträge oder auf Reduzierung des Beitrages für den Zeitraum, in dem kein Angebot stattfinden kann?

Mitglieder haben in diesem Zusammenhang keinen Anspruch auf Erstattung des Beitrages. Ebenso entsteht aus dieser Situation auch kein Sonderkündigungsrecht. In der Regel ist der Mitgliedsbeitrag nicht an konkrete Sportnutzungen gebunden, sondern ist, wie der Name schon sagt ein „Beitrag für die Mitgliedschaft“. Als Mitglied ist man kein Kunde, sondern Teil des Vereins. Die Kosten des Vereins laufen ja weiter und man hat als Mitglied eine Verantwortung gegenüber dem Verein. Der Beitrag stellt nach den vereinsrechtlichen Grundsätzen kein Entgelt dar, sondern dient dem Verein dazu, seinen Zweck zu verwirklichen. Mit den Kosten für ein Flug- oder Konzertticket lässt sich der Mitgliedsbeitrag daher nicht vergleichen.

(Quelle: Dr. Frank Weller, Vizepräsident Vereinsmanagement, Landessportbund Hessen)

Wie sieht es mit Kursgebühren aus, wenn der Kurs nicht vollumfänglich durchgeführt worden ist?

Hier stellt sich die Situation anders dar als beim Mitgliedsbeitrag: Gebühren werden üblicherweise für die Finanzierung besonderer Angebote erhoben, die über die allgemeinen mitgliedschaftlichen Leistungen des Vereins hinausgehen. Hier gilt Vertragsrecht: Wenn dem Verein die Kursdurchführung – etwa aufgrund eines behördlichen Verbots – unmöglich geworden ist, kann er auch keine Gegenleistung, also keine Kursgebühr, verlangen bzw. muss eine bereits erhaltene Kursgebühr anteilig zurückzahlen.

(Quelle: Dr. Frank Weller, Vizepräsident Vereinsmanagement, Landessportbund Hessen)

Haben Übungsleiter Anspruch auf Freistellung und Lohnfortzahlung?

Nur wenn sie Arbeitnehmer des Vereins sind. Grundsätzlich trägt der Verein das Risiko, wenn er Arbeitnehmer nicht beschäftigen kann, obwohl diese ihre Arbeitskraft anbieten. Der Übungsleiter hat in diesem Fall einen Vergütungsanspruch gegenüber dem Verein als Arbeitgeber. Dieser kann aber eventuell betriebsbedingt kündigen, wenn eine Weiterbeschäftigung dauerhaft entfällt, oder Kurzarbeit durchführen. In solchen Fällen wird den Vereinen geraten, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht zu konsultieren.

Anders sieht es aus, wenn Übungsleiter auf selbständiger Basis tätig sind: Wird die Tätigkeit des Übungsleiters aufgrund eines behördlichen Verbots unmöglich, entfällt auch der Vergütungsanspruch des Übungsleiters. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden – schließlich will man doch in einigen Wochen oder Monaten wieder zusammenarbeiten – sollten Vereinsvorstand und Übungsleiter versuchen, sich über eine Fortsetzung der Tätigkeit des Übungsleiters in der Zwischenzeit zu einigen. So könnten Übungsleiter etwa Online-Kurse anbieten oder die Zeit nutzen, um neue Kurse zu konzipieren. Dann besteht der Vergütungsanspruch fort, in voller Höhe oder wenigstens teilweise. Darüber muss in den Vereinen verhandelt und entschieden werden. Allgemeine Vorgaben lassen sich nicht machen.

(Quelle: Dr. Frank Weller, Vizepräsident Vereinsmanagement, Landessportbund Hessen)

Update vom 16.02.2021: Rechtliche Absicherung virtueller Versammlungen

Der Bundesrat hat Änderungen im „Gesetz über Maßnahmen im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht zur Bekämpfung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie“ (GesRuaCOVBekG) genehmigt, die unter anderem zwei wesentliche Punkte bezüglich Mitgliederversammlungen beinhalten. Die nachfolgenden Änderungen traten zum 28. Februar 2021 in Kraft und sind bis zum 31. Dezember 2021 befristet.

Schon die bisherige Fassung des GesRuaCOVBekG ermöglichte virtuelle Mitgliederversammlungen ohne Satzungsgrundlage. Sie war aber als Kann-Regelung gestaltet (§ 5 Abs. 2 Nr. 1 GesRuaCOVBekG). Das Problem an der bisherigen Übergangsregelung war, dass sie eine grundsätzliche rechtliche Unsicherheit enthielt: Wird einem Mitglied die Teilnahme an der virtuellen Mitgliederversammlung unangemessen erschwert – bspw. durch technische Ausstattung und die erforderlichen Kenntnisse - kann es die Beschlüsse anfechten. Das ändert sich mit der Neuregelung des § 5 Abs. 2 Nr. 1 GesRuaCOVBekG.

Es gilt: Der Vorstand kann anordnen, dass die Mitglieder „an der Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilnehmen und Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation ausüben können oder müssen“.

Das kommt einer verbindlichen Regelung der virtuellen MV in der Satzung gleich. Die Mitglieder können sich also nicht mehr auf die Erschwernis der Teilnahme berufen.

Verschiebung der Mitgliederversammlung

Viele Vereine müssen ihre laut Satzung erforderliche turnusmäßige Mitgliederversammlung Corona-bedingt aufschieben. Bei Vorständen herrscht dabei Unsicherheit darüber, ob das rechtlich zulässig ist und eventuelle Haftungsfolgen für sie entstehen können. Hier trifft die Neuregelung ebenfalls
eine Klarstellung:

"Abweichend von § 36 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist der Vorstand nicht verpflichtet, die in der Satzung vorgesehene ordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, solange die Mitglieder sich nicht an einem Ort versammeln dürfen und die Durchführung der Mitgliedersammlung im Wege der elektronischen Kommunikation für den Verein oder die Vereinsmitglieder nicht zumutbar ist." (§ 5 Abs. 2 Nr. 2a GesRuaCOVBekG).

Damit ist gesetzlich klargestellt, dass der Vorstand die Mitgliederversammlung ohne rechtliche Folgen verschieben kann, solange die Pandemieauflagen bestehen.

Hinweis: Auch wenn die Satzung einen bestimmten Termin oder Turnus für die Mitgliederversammlung vorsieht, ergibt sich daraus nur im Sonderfall eine Klagemöglichkeit einzelner Mitglieder zur Durchsetzung der Satzungsvorschrift, wenn zum Beispiel mehr als 40 Prozent der Mitglieder in ihrer Ausübung der Mitgliedsrechte behindert werden.

 

Stand 27.03.2020

Die Bundesregierung hat zuletzt Maßnahmen beschlossen, um betroffene Vereine in die Lage zu versetzen, auch bei weiterhin bestehenden Beschränkungen der Versammlungsmöglichkeiten erforderliche Beschlüsse zu fassen und handlungsfähig zu bleiben. Es wird für das Jahr 2020 eine erleichterte Möglichkeit zur Durchführung von Versammlungen von Vorständen und auch Delegierten-/Mitgliederversammlungen unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln geschaffen. Zudem wurde auch ohne Anpassung der Vereinssatzung die Möglichkeit geschaffen, dass Amtszeiten von Vorständen und Präsidien über die eigentliche Wahldauer hinaus verlängert werden können. Es empfiehlt sich allerdings darüber nachzudenken eine entsprechende Klausel in der Satzung einzufügen, die es in Ausnahmesituationen ermöglicht, Amtszeiten von Vorständen und Präsidien zu verlängern. 

Die vom BGB abweichende Neuregelungen sind in Artikel 2, § 5 Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht zu finden und gelten zunächst nur für Mitgliederversammlungen, die 2020 stattfinden.

Die Bestimmungen im Wortlaut:

  1. Ein Vorstandsmitglied eines Vereins oder einer Stiftung bleibt auch nach Ablauf seiner Amtszeit bis zu seiner Abberufung oder bis zur Bestellung seines Nachfolgers im Amt.
  2. Abweichend von § 32 Absatz 1 Satz 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs kann der Vorstand auch ohne Ermächtigung in der Satzung Vereinsmitgliedern ermöglichen,
    1. an der Mitgliederversammlung ohne Anwesenheit am Versammlungsort teilzunehmen und Mitgliederrechte im Wege der elektronischen Kommunikation auszuüben oder
    2. ohne Teilnahme an der Mitgliederversammlung ihre Stimmen vor der Durchführung der Mitgliederversammlung schriftlich abzugeben.
  3. Abweichend von § 32 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist ein Beschluss ohne Versammlung der Mitglieder gültig, wenn alle Mitglieder beteiligt wurden, bis zu dem vom Verein gesetzten Termin mindestens die Hälfte der Mitglieder ihre Stimmen in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst in Textform abgegeben haben und der Beschluss mit der erforderlichen Mehrheit gefasst wurde. 

Hier gelangen Sie zum Gesetz zur Abmilderung der Folgen der COVID-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/19/181/1918110.pdf 

(Quelle: Uwe Pakendorf, Geschäftsführer Rheinischer Schützenbund e.V.)

Der Sportbund Rheinland hat eine Übersicht zu Fragen und Antworten rund um die Corona-Krise für Sportvereine auf seiner Homepage als Rubrik "FAQ zur Corona-Krise" zusammengestellt. Seit Beginn der Corona-Krise ist die Liste der Themen und Fragen stetig angewachsen.
 

Kurzarbeit

Unter Kurzarbeit wird eine zeitweise Verkürzung der Arbeitszeit gegenüber der regelmäßigen individuellen Arbeitszeit bei gleichzeitigem Entfall des auf die Verkürzungen entfallenden Entgelts verstanden. Die Verkürzung kann stundenweise erfolgen oder auch bis hin zur „Kurzarbeit Null“ reichen, also der vollständigen Einstellung der Arbeit für einen definierten Zeitraum. Kurzarbeit ist stets befristet, da sie einer Ausnahmesituation Rechnung trägt. Für den Arbeitgeber ist Kurzarbeit gut, da er von den Lohn- und Gehaltskosten entlastet wird. Der Arbeitgeber muss dann lediglich noch die Sozialabgaben zahlen. Für die Beschäftigten ist Kurzarbeit ebenfalls gut, zumindest das „kleinere Übel“: Sie tragen dazu bei, dass das Unternehmen erhalten bleibt. Für die Dauer der Kurzarbeit erhalten sie das sogenannte Kurzarbeitergeld. Dieses wird in Höhe des Arbeitslosengeldes gezahlt.

© Dr. Stephan Osnabrügge
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeits- und Sportrecht
 

Ja. Kurzarbeit steht allen Arbeitgebern offen, also solchen natürlichen oder juristischen Personen, die mindestens einen Arbeitnehmer beschäftigen. Hierzu zählen auch Sportvereine, solange sie Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer beschäftigen. Prüfen Sie bitte sorgfältig, ob Ihre Sportlerinnen und Sportler in einem Arbeitsverhältnis stehen. Dies ist der Fall, wenn Sie aufgrund einer vertraglichen Regelung in abhängiger Beschäftigung eingesetzt sind. Ein klares Indiz ist die Anmeldung zur Sozialversicherung und die Abführung von Lohnsteuer. Nicht in Betracht kommt Kurzarbeitergeld zur Kompensation von Ausfällen bei Honorarkräften oder freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

© Dr. Stephan Osnabrügge
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeits- und Sportrecht

    Zusätzliche gesetzliche Änderungen aufgrund der Corona-Krise: 

    • Anspruch auf Kurzarbeitergeld (KUG) besteht, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben.
    • Anfallende Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet.
    • Der Bezug von KUG ist bis zu 12 Monate möglich.
    • Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer können ebenfalls in Kurzarbeit gehen und haben Anspruch auf KUG.
    • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zur Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

    Die weiteren Voraussetzungen zur Inanspruchnahme von KUG behalten ihre Gültigkeit.
     

    Nein. Zuständig ist die jeweilige Arbeitsagentur des Betriebssitzes. Zudem kommt es auch immer nur auf den jeweiligen Arbeitgeber an. Jeder Verein muss auch für sich die Voraussetzungen herstellen, also eine vertragliche Regelung für Kurzarbeit schaffen. Leider muss also jeder Verein für sich handeln.

    © Dr. Stephan Osnabrügge
    Rechtsanwalt
    Fachanwalt für Arbeits- und Sportrecht
     

    Hilfe für Vereine

    Soforthilfe Sport

    Die "Soforthilfe Sport" können alle notleidenden Sportvereine sowie die Mitgliedsorganisationen des LSB NRW ab dem 16. November 2020 bis zum 15. März 2021 erneut über das »Förderportal des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen online beantragen – schriftliche Anträge sind nicht möglich! Antragsberechtigt sind alle Vereine, die über eine der Mitgliedsorganisationen (Sportbund oder Sportfachverband) dem Landessportbund NRW angeschlossen sind sowie die Mitgliedsorganisationen selber. Bedingung für die Gewährung der Soforthilfe ist ein durch die Corona-Pandemie verursachter Liquiditätsengpass, der zu einer Existenzgefährdung des Vereins in Form einer drohenden Zahlungsunfähigkeit führen könnte.

    Weitere Informationen zur Soforthilfe Sport und Antworten auf weitere Fragen finden Sie unter: https://www.lsb.nrw/service/foerderungen-zuschuesse/soforthilfe-fuer-den-sport-in-nrw

    Soforthilfe "Schutzschild für Vereine"

    Das Land Rheinland-Pfalz hat ein Soforthilfe-Programm für in Existenznot geratene Vereine Programm „Schutzschild für Vereine“ zugesagt. Ihr Verein muss nachweisen, dass Liquiditätsengpässe infolge der Corona-Pandemie zu Insolvenz und damit Existenzbedrohung führen und diese nicht bereits vor dem 11. März 2020 eingetreten sind. Konkret können insolvenzbedrohte Sportvereine und regionale Fachverbände den Antrag seit 4. Mai 2020, auf den Internetseiten ihres jeweiligen Sportbundes (Rheinhessen, Rheinland oder Pfalz) online ausfüllen, anschließend ausdrucken und rechtsverbindlich unterschrieben an den jeweiligen Sportbund zusenden. Existenzgefährdete Landesfachverbände melden ihren Bedarf über das gleiche Antragsformular auf der Homepage des Landessportbundes.

    Weitere Informationen zur Soforthilfe "Schutzschild für Vereine" und Antworten auf weitere Fragen finden Sie unter: https://www.lsb-rlp.de/node/972

    Die NRW-Landesregierung wird auch weiterhin existenziell in Not geratene Sportvereine mit der Soforthilfe Sport unterstützen. Dafür hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtages mit Beschluss vom 3. Februar 2021 zusätzliche Mittel in Höhe von fünf Millionen Euro bereitgestellt.

    Von den im Jahr 2020 zur Verfügung gestellten Landesmitteln in Höhe von zehn Millionen Euro wurden bisher gut neun Millionen Euro ausgezahlt. Mit den Hilfen konnten 768 Sportvereine vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden.

    Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, betonte: „Ich bin sehr froh darüber, dass nur wenige der gut 18.000 Sportvereine und -verbände in Nordrhein-Westfalen bisher in existenziellen Nöten waren und wir diesen Vereinen in einer für sie schwierigen Zeit helfen konnten.“ Die Staatssekretärin sagte weiter: „Zugleich möchte ich allen Vereinsmitgliedern, die ihren Vereinen treu bleiben und ihnen mit ihren Beiträgen gemeinschaftlich durch die Krise helfen, herzlichst danken. Ich bin zuversichtlich, dass die Vereine mit Hilfe ihrer Mitglieder, der Tatkraft der Vereinsverantwortlichen und der finanziellen Unterstützung öffentlicher Stellen auch schwierige Situationen bewältigen werden.“

    Der Beantragungszeitraum für die dritte Förderphase endet am 15. März 2021. Die anschließende Förderphase ist zunächst bis zum 30. Juni 2021 geplant. Sportvereine sowie Bünde und Fachverbände können ihre Anträge online über das Förderportal des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen stellen. Vereine, die bereits eine Soforthilfe erhalten haben, sind nicht von weiteren Förderungen ausgeschlossen.

    Landesregierung verlängert Soforthilfeprogramm für Vereine

    Wie die Landesregierung Rheinland-Pfalz mitteilte, wird das Soforthilfeprogramm "Schutzschild für Vereine in Not" bis zum 31. Dezember 2021 verlängert. Somit können Vereine, die durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie in Liquiditätsprobleme geraten sind, auch im kommenden Jahr bis zu 12.000 Euro Soforthilfe erhalten.

    "Wir stehen unseren Vereinen zur Seite. Die Verlängerung des Soforthilfeprogramms soll ihnen Sicherheit geben in einer für alle unsicheren Situation", so Ministerpräsidentin Malu Dreyer zur Verlängerung der Hilfestellung für Vereine. Gemäß § 53 der Landeshaushaltsordnung (LHO) Rheinland-Pfalz, enthält das Programm Soforthilfen in Form von Billigkeitsleistungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen.

    Vereine, die schon im Jahr 2020 Soforthilfe aus dem Programm erhalten haben, können auch 2021 erneut einen Antrag über den Schutzschild stellen, falls weiterhin Liquiditätsengpässe bestehen sollten. Insgesamt stellt die Landesregierung RLP 10 Millionen Euro zur Verfügung.

    Antragsberechtigt sind gemeinnützige und andere steuerbegünstigte Vereine, die ihren Sitz in Rheinland-Pfalz haben und die infolge der Pandemie einer akuten Existenzbedrohung ausgesetzt sind. Soforthilfen können unter anderem für Miet- und Pachtkosten, Betriebskosten, notwendige und unabwendbare Instandhaltungen, laufende Kredite und Darlehen oder vertraglich gebundene Honorare beantragt werden.

    Weitere Informationen zum Soforthilfeprogramm "Schutzschild für Vereine in Not" der Landesregierung Rheinland-Pfalz finden Sie unter https://www.rlp.de/de/aktuelles/einzelansicht/news/News/detail/landesregierung-verlaengert-soforthilfeprogramm-fuer-vereine-1/. Auch der Landessportbund Rheinland-Pfalz berichtet unter www.lsb-rlp.de stets mit aktuellen Vereinsinformationen rund um die Corona-Pandemie.

    Um Unternehmen und Beschäftigte in der Corona-Pandemie zu unterstützen, erhalten sie vielfältige steuerliche Hilfen. Am 28. Mai hat der Bundestag das Corona-Steuerhilfegesetz verabschiedet und damit ein weiteres Paket auf den Weg gebracht. Es sieht unter anderem eine befristete Senkung des Umsatzsteuersatzes für Speisen auf 7 % vor, damit Gastronomiebetriebe die Krise gut überstehen. Die zugesagten steuerlichen Erleichterungen für Unternehmen gelten grundsätzlich auch für Vereine.

    Zu den Maßnahmen des Bundesfinanzministeriums zur Abmilderung der Folgen der Corona-Krise gelangen sie hier:
    https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Standardartikel/Themen/Schlaglichter/Corona-Schutzschild/2020-03-19-steuerliche-Massnahmen.html 

    Die Gema hat angekündigt, dass für Lizenznehmer alle Verträge ruhen, solange die Eirichtungen den Betrieb aufgrund behördlicher Anordnungen schließen müssen. Es entfallen während dieses Zeitraums die GEMA-Vergütungen.

    Hier gelangen Sie zu den Informationen der Gema: https://www.gema.de/musiknutzer/coronavirus-kundenunterstuetzung/

    Sonstiges

    Besonders stark durch die Krise betroffen sind auch die Übungsleiter/innen, Trainer/innen und Athlet/innen, denen die Vereine eng verbunden sind. Ohne sie lässt sich der Sportbetrieb in Deutschland nicht mehr weiterführen. Durch die Unterbrechung von Training und Wettkämpfen sind viele Vereine und Verbände in eine schwierige ökonomische und organisatorische Schieflage geraten. Von jetzt auf gleich sind Einnahmen durch Eintrittsgelder, Verpachtung, Sponsoring, Verkauf von Speisen und Getränken u.a. nahezu ersatzlos weggebrochen. Gleichzeitig laufen Personal- und Betriebskosten weiter und im Veranstaltungsbetrieb bleiben hohe Forderungen bestehen. 

    Den finanziellen Einbruch im organisierten Sport können weder regionale noch nationale Sportverbände ausgleichen, da sie beispielsweise durch die Unterbrechung ihrer Bildungsarbeit und die Absage unzähliger Veranstaltungen selbst enorme Einnahmeausfälle zu verzeichnen haben.  
    Der DOSB und die 16 LSB appellieren daher zum einen an die eigenen Mitglieder, ihrem Verein den Rücken zu stärken, Mitglied zu bleiben und so die Solidarität der Sportgemeinschaft zu zeigen.  

    Zum anderen appellieren DOSB und LSB an Regierungen und Verwaltungen in Bund und Ländern, Maßnahmen zu einem Schutzschirm für den Sport zusammenzufügen. Das betrifft die Weiterführung von Zuwendungsprogrammen, die Unterstützung beim Betrieb der Sportinfrastruktur und auch einen solidarischen Förderfonds in bedarfsgerechter Höhe für Sportvereine in Not. 

    (Quelle: Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) und die 16 Landessportbünde (LSB))

    Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel ehrenamtlich Engagierte, Übungsleiter/innen, Trainer/innen und Athlet/innen bundesweit ihr Aufgabengebiet im Sportverein der aktuellen Situation unaufgefordert angepasst haben. Sie organisieren zum Beispiel Nachbarschaftshilfe, erledigen Einkäufe für Ältere und unterstützen vielfältig über ihre lokalen Netzwerke. Elvira Menzer-Haasis, Vorsitzende Konferenz der LSB, betont: „Die Sportvereine- und verbände zeigen erneut, dass das Motto „SPORTDEUTSCHLAND- Mehr als Sport“ gerade in schweren Zeiten seine tiefe Bedeutung und Wirksamkeit zeigt! 

    In diesem Sinne wird der DOSB als Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland den in der vergangenen Woche eingeleiteten Dialog mit der Bundesregierung und dem Deutschen Bundestag fortführen.

    (Quelle: Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) und die 16 Landessportbünde (LSB))

    Haben Sie Feedback für uns?

    Ihr Kommentar wird verbandsintern an die zuständige Person/Gruppe weitergeleitet und nicht auf der RSB-Webseite veröffentlicht.